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08
Jan
2017

Ver ° | wirb | lungen

Ausgangs | punkt, der:  "Bei der Geschwindigkeit könnten die über die Stereoanlage meiner Tochter fahren ohne was zu hören." (Charlie Davenport)
 
Über stählerne Schienen gleiten die Lungen | züge durchs Mesopelagial
—◡◡ denkt das Sonar,
Skylla und Charybdis an der Wasser | ober | fläche.
Der Lungen | zug hält still – ein Wal kreuzt seinen Weg. Der Atemstrom setzt wieder ein, wild flirrt der Schnee | sturm im Halbgrau der Wellen. Ein Seepferdchen zirbelt um das Gleis.
 
Das Sonar, es träumt: —◡◡ˌ—◡◡ˌ— ‖ —◡◡ˌ—◡◡ˌ—
 
Damm, da-da, damm, da-da, damm vibriert das Hagel.Trommelfell unter dem Einschlag der Wellen, die Fühler verzwirbelt von der See. Der Hammer donnert auf dem Amboss. Der Schnee | sturm bleibt zurück. Das Grau hüllt sich in eine dunklere Umarmung. Stetig sinkt der Lungen | zug ins Hadopelagial. Er quert die Welt der Überriesen hin zu den weißen Zwergen. Das Schwarz füllt seine Flügel mit samtener Taubheit. Die Zwillingswelt erstarrt. Die Schienen | enden ragen in die Leere, der Lungen | zug entgleist...
 
Das Sonar verstummt, das Trommelfell steht still, die Wellen sind verebbt. Und sanft kracht der Lungen | zug auf den Gipfel des 5000 Meter hochBerges. Gestein poltert herab. Das Gebirge ent | faltet sich, Flächen schieben sich hinab und tragen ihn behutsam hin zum Grund.
Nur ein Duzend weisser Zwerge begleitet ihn, erhellen schwach den Raum. Er durchstösst die Oberfläche, das Glass zerbricht, es folgt der freie Fall.
Die Lungen breiten ihre Flügel aus. Ein kühler Wind weht hinein, erzählt ihr von der Ferne.
Und das Sonar? Es denkt: —◡◡◡◡——
 
(Dieser Text ist im Entstehen begriffen und wird einige Mutationen durchlaufen. So, wie dieser Blog sein Gesicht ständig wandelt, neue Frisuren ausprobiert. Unfertiges, Versatzstücke, Probierblätze wie aus dem Handarbeitsunterricht, darum soll es hier künftig gehen. Wer sagt, dass man einen Blogartikel nicht mehrfach schreiben, nicht mehrfach lesen kann?)

01
Jan
2017

Der liebe Kühlschrank

Manchmal wache ich nachts auf und ärgere mich über den Vollidioten, der draussen den Motor seines Wagens laufen lässt. Bis ich feststelle: das ist kein Auto, das ist ein Kühlschrank. Manchmal beschliesst er plötzlich, seine Gefrier-Fähigkeiten nicht mehr nur auf das Gefrierfach zu beschränken, sondern auf den gesamten Inhalt auszudehnen.

29
Dec
2016

Die Fliege

Heute morgen im Zug: jeder Platz besetzt. Neben mir eine Dame im Pelz, die penetrant auf den Bildschirm meines Laptops starrt, als könnte sie darin den Sinn ihres Lebens entdecken. Als ich zum Tippen meines Textes das Display komplett verdunkle, starrt sie auf meine tippenden Finger.

28
Dec
2016

Der Misthaufen

Das Schönste, was es gibt, ist, Mist zu produzieren. Einfach so. Weil man gerade Lust drauf hat. Der Mond ist übrigens ein Ex-Champignon in der Boxliga und musste aus Verdauungsgründen leider abtreten.

22
Dec
2016

Das alte Jahr – ein neuer Name

Mein Name ist denkbar paradox, breche ich zwar keine Gesetze, aber sonst durchaus gerne jede Regel und auch öfter mal übers Knie, wovon meine Umgebung ganze Opern singen kann. Also fand ich, es wird Zeit, mir einen Künstlernamen zu verpassen – "Regula Gerber" gibt es ungefähr dreissig Stück in der Schweiz. Das ist etwas zu viel Konformität.

06
Dec
2016

In fremden Schuhen

Kunst bedeutet, sich zu zeigen. Egal, wie knorrig, banal oder intellektuell unsere Gestaltung sein mag – sie verrät immer etwas darüber, wer wir sind, und Kritik an ihr ist immer auch Kritik an uns. So sehr wir auch versuchen, dies nicht persönlich zu nehmen und es oft auch schaffen, uns davon zu distanzieren. Es ist persönlich.

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